Segeln in der Karibik
 
SWAN 43

Rasmus

 

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18.02.05

Törn 5 - von der Landratte zum Seebären

Nach dem einwöchigen Schnuppersegeln vor 2 Jahren in Venezuela kamen Martha und Fritz dieses Jahr für den klassischen 14-tägigen Törn von St. Lucia nach Grenada. Sozusagen auf den Geschmack gekommen.

Als Einstimmung verbrachten die beiden Silvester und ein paar Tage rundherum in Kuba – aber das ist eine andere Geschichte.

Wir lagen zu ihrem Empfang in der Rodney Bay Marina, waren also praktisch ein 4 Sterne Hotel – das Überseegepäck war mir nichts, dir nichts verstaut und verschwunden.

Kleinere lang anhaltende Regenschauer hielten uns die kommenden Tage nicht ab im vorgesehenen Programm weiterzumachen: Ausflug nach Trois Islets, Marigot Bay samt "The Shack" u.a.m,…

Schließlich ein frühmorgendlicher Start, vorbei an den Pitons, Richtung St. Vincent. Ein langer Segeltag endete in der Wallilabou Bay (Fluch der Karibik) wo  Fritz und ich es uns nicht verkneifen konnten trotz strömendem Regen noch auf ein Bier in die Piratenbar zu fahren.

Am nächsten Tag dann der kurze Schlag nach Bequia. Die letzten paar Meilen mit ziemlich Wellen und 30 kn Wind. Ein Foto, aufgenommen von außen  kurz vor der Einfahrt in die Admirality Bay, dokumentiert Martha und Fritz unter diesen Umständen.

In Bequia folgt ein Ruhetag samt Schaukelstuhl, Mac’s und natürlich Frangipani.

Tobago Keys: auch hier bleiben wir einen Tag und zwei Nächte liegen, die erste Nacht zu Fritzens Freude noch ziemlich unruhig, dann, nach einer kleinen Ortsveränderung, fast wie einbetoniert – zur Freude der anderen. Ebenfalls zur allgemeinen Freude tat auch das Wetter wieder sein Bestes: Sonnenschein und Wind.

Clifton Harbour auf Union Island: Die Haie der Haifischbar (AYC)  sind weg. Offensichtlich befreit vom Hurrikan Ivan. Hatte also auch sein Gutes.

Einklarieren in Hillsborough/Carriacou: der Wind drehte, man glaubt es kaum, auf NW, mit gut 15 kn. Also nichts wie weg und hinter Sandy Island ankern. Auch dieser Fleck ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Keine einzige (große) Palme steht noch. Trotzdem – die Insel ist immer noch einen Besuch wert.

Ein Tag in der Tyrell Bay mit Ausflug in die Hauptstadt und abendlichem Langustenessen an Bord bereitete uns auf den letzten Segeltag  - 30 sm bis St. Georges – vor: der Wind war wieder sehr nördlich, herrliches Wetter und endlich der versprochene Fisch an der Angel, ein Thunfisch.

Grenada: Ankern in der Lagoon, Sundowner im Jachtclub, Drinks im Nutmeg, eine Tour quer über die Insel zur Schokoladefabrik und dann nach Grenville auf ein paar Caribs. Dabei sind die von Hurrikan Ivan verursachten Zerstörungen allgegenwärtig und kaum fassbar. Unvorstellbar, so ein Sturm.

Als Abschluss noch einen Auszug aus einem Mail, dass wir ein paar Tage später, nach dem Sailing Festival, erhielten:

"Für meine Begriffe sind wir auch heuer nur geradeaus – wenn auch stürmisch – gesegelt. Würde gerne schöne Wendemanöver und Bojenumkurven erleben. Man kann schon süchtig werden.”

Dem ist nichts hinzuzufügen.
Dieter
Trinidad, 18. Februar 2005